Wir stellen Ihnen die Best Paper Award Finalisten 2018 schon einmal vor

In diesem Jahr wurden insgesamt 32 Papers im Wettbewerb um den Best Paper Award Innovation Management 2018 eingereicht. Die Jury bestand aus Praxisvertretern und Universitätsprofessoren.

Wir stellen Ihnen die Best Paper Award Finalisten 2018 schon einmal vor

Die Jury hatte alle Hände voll zu tun, drei Finalisten auszuwählen, die am 22. November im Mamorsaal der Sektkellerei Henkell ihre Papiere vortragen können. Die Jurymitglieder achteten bei der Auswahl besonders auf die Anwendbarkeit der Ergebnisse auf den Unternehmensalltag. Geschafft haben es folgende drei Papiere.

  1. Finalist: Cirillo, Bruno: “External Learning Strategies and Technological Search Output: Spinout Strategy and Corporate Invention Quality”, erscheint in Organization Science.

Bruno Cirillo ist Assistant Professor an der SKEMA Business School in Sophia Antipolis, Frankreich.

Idee: Unternehmen profitieren davon, wenn Angestellte ein eigenes Unternehmen gründen wollen.

Wenn Angestellte ein eigenes Startup (sogenannte Spinouts) gründen, kann das Mutterunternehmen von dem Wissen des Startups lernen. In diesem Papier werden verschiedene Spinout-Strategien miteinander bezüglich ihres Wissenstransfers für das Mutterunternehmen verglichen: Corporate Venturing (CV)1, unabhängige Angestellten-Spinouts2, Investitionen und Allianzen3. Bruno Cirillo analyisert in seinem Papier die Patentierungsaktivitäten von ICT Unternehmen. Im Ergebnis zeigt sich, dass CV-Spinouts einen qualitativ höherwertigen Wissenszufluss generieren als CV-Capital4, Allianzen oder Angestellten-Spinouts. Dieses Ergebnis gilt besonders, wenn die Ausgründer technologische Expertise haben, die spezifisch für das Mutterunternehmen ist. CV-Spinouts helfen zudem Unsicherheit mit neuen Technologien abzubauen.

  1. Finalist: Piezunka, Henning and Dahlander, Linus ”Idea Rejected, Tie Formed: Organizations’ Feedback on Crowdsourced Ideas” erscheint in Academy of Management Journal.

Henning Piezunka ist Assistant Professor an der INSEAD, Frankreich. Linus Dahlander ist Associate Professor an der ESMT Berlin.

Idee: Wer andere um Ideen bittet, muss sich aufmerksam damit beschäftigen. Viele Einfälle bleiben oft unbeantwortet – dabei haben sie großes Potential.

Unternehmen nutzen immer häufiger die Möglichkeit des idea crowdsourcing, d.h. dass Menschen Ideen in virtuellen Briefkästen auf der Webseite des Unternehmens hinterlassen können. Da nur ein Bruchteil dieser Ideen tatsächlich implementiert wird, müssen Unternehmen den Großteil der Ideen ablehnen. Viele Unternehmen unterschätzen diesen Aufwand. Damit Menschen jedoch weiterhin Ideen einreichen und sich für das Unternehmen interessieren, ist es wichtig, dass Unternehmen adäquat auf die Einreichungen reagieren, die nicht implementiert werden. Die Autoren untersuchen die Entscheidungen von 70.159 Unternehmen, die von 1.336.154 Menschen Ideen erhalten haben. Im Ergebnis finden die Autoren, dass Ablehnungen (im Vergleich zu keiner Antwort) einen positiven Effekt darauf haben, ob jemand erneut eine Idee einreicht. Dieser Effekt verstärkt sich, wenn die Unternehmen einen Grund für die Ablehnung nennen und der linguistische Stil der Idee und der Ablehnung sich ähneln.

  1. Finalist: Steinberger, Philip, Procher, Vivien D., Urbig Diemo ”Too much or too little of R & D offshoring: The impact of captive offshoring and contract offshoring on innovation performance”, erscheint in Research Policy.

Philip Steinberg ist Juniorprofessor an der Universität Groningen, Niederlande. Vivien Procher ist Professor (Associate) an der Grenoble Ecole de Management (GEM), Frankreich, und Mitglied des RWI Essen. Diemo Urbig ist Juniorprofessor an der Bergischen Universität Wuppertal und Research Fellow an der Indiana University, USA.

Idee: Ob Unternehmen, die im Ausland forschen und entwickeln ein eigenes Tochterunternehmen gründen oder lieber mit einem Unternehmen zusammenarbeiten sollen, hängt von der Höhe der F&E-Aktivitäten ab.

Unternehmen können ihre F&E-Aktivitäten im Ausland auf zwei verschiedene Arten handhaben: 1) Sie können eigene Tochterunternehmen im Ausland gründen (sogenanntes captive offshoring) oder 2) Sie können einen Vertrag mit einem ausländischen Unternehmen eingehen (sogenanntes contract offshoring). In diesem Papier werden beide Strategien bezüglich ihrer Innovationsleistung verglichen. Dazu verwenden die Autoren Längsschnittdaten von 2421 in Deutschland tätigen Unternehmen, die in F&E investieren. Beide Strategien unterscheiden sich grundlegend in ihrer Wirkung auf die Innovationsleistung. Bei relativ geringen ausländischen F&E-Aktivitäten beeinflusst contract offshoring die Innovationsleistung positiv und ist gegenüber captive offshoring vorzuziehen. Bei relativ hohen ausländischen F&E-Aktivitäten ist Captive offshoring die bevorzugte Strategie.

Mit Spannung sehen wir nun der Verleihung des Best Paper Awards Innovation Management 2018 in dem gediegenen Ambiente der Sektkellerei Henkell in Wiesbaden entgegen. Selbstverständlich halten wir Sie hier im SITE Newsroom auf dem Laufenden, welcher unserer drei Finalisten das Rennen um den BPA 2018 macht.

Hintergrund:

Zur Jury des diesjährigen BPA gehören:

  • Stéphane Bonutto (Oerlikon)

  • Dr. Andreas Brokemper (Henkell & Co. Sektkellerei)

  • Jan Brückmann (Emirates)

  • Dr. Mike Dietrich (Oerlikon)

  • Prof. Dr. Ronald Gleich (EBS Business School)

  • Volker Greiner (Emirates)

  • Prof. Dr. Christian Landau (EBS Business School)

  • Marc Launer (Boeing)

  • Prof. Dr. Christof Schimank (Horváth & Partners)

  • Prof. Dr. Andreas Wald (School of Business and Law, University of Agder)

  1. Eigenkapital-Investitionen in Startups

  2. Ausgründungen oder Abspaltung einer Geschäftseinheit

  3. zweier Unternehmen zur Zusammenarbeit

  4. Wagniskapital oder Risikokapital; Form der Entwicklungshilfe für eine Unternehmensidee.

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