Was gibt es Neues von SITE-Alumnus Dr. Thorben Schmidt?

In regelmäßigen Abständen wollen wir hier unsere Alumni zu Wort kommen lassen. Was gibt es neues? Stehen Sie noch im Kontakt zum SITE? Wo gibt es die Möglichkeit sich zu vernetzen? Wie werden die SITE-Lehrjahre bewertet - Alles kann - nichts muss!

Was gibt es Neues von SITE-Alumnus Dr. Thorben Schmidt?

Hallo Thorben! Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast und uns für ein paar Fragen zu deiner Zeit am SITE zur Verfügung stehst.

Deine Zeit an der EBS

Wie lang ist es nun her, dass du bei uns am SITE (bzw. dem SIIE, Anmerkung der Redaktion: unser Name bis Ende 2015) promoviert hast? Es ist schon eine Weile her. Meinen Abschluss habe ich vor ziemlich genau 7 Jahren gemacht - begonnen habe ich im April 2008 und genau 3 Jahre danach im April 2011 abgeschlossen. Was war deine ursprüngliche Intention eine Promotion am SITE zu beginnen? Im Großen und Ganzen wollte ich mit meiner Promotion eine wissenschaftliche Brücke zur Praxis schlagen. So war ich war bereits während meiner Studienzeit an der TU Kaiserslautern als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für International Management beschäftigt und habe dort zum Einen die Doktoranden bei ihrer täglichen Lehrstuhl-Arbeit unterstützt zum anderen aber auch schon Unternehmenskooperationen betreut. Bereits damals habe ich den Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten entdeckt. Nach erfolgreicher Diplomarbeit bekam ich die Möglichkeit in Kaiserslautern zu promovieren, habe mich jedoch aufgrund des höheren Praxisbezugs für eine Doktorandenstelle am SITE entschieden. Ausschlaggebende Argumente für das SITE waren insbesondere auch die Größe des Instituts, das Industrie-Netzwerk und das Doktoranden-Team. Haben sich deine Eindrücke aus dem Bewerbungsgespräch als wahr erwiesen? Schon im Bewerbungsgespräch wurden mir viele Optionen und konkrete Umsetzungspartner für meine Promotions-Ideen vorgestellt, von denen ich von Anfang an begeistert war. Auch die Themenvielfalt der Institutsarbeit begonnen von Buch-, Studien- und Beratungsprojekten bis hin zu diversen Netzwerk-Veranstaltungen fand ich von Anfang an sehr spannend. Während der Zeit am Institut bestätigten sich dann die Versprechen bzw. sie wurden sogar übertroffen. Welches Projekt oder welcher Industriekontakt ist dir am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben? Das sind bei mir die beiden Unternehmen, für die ich damals auch eingestellt wurde: DEKRA und Voith. Damals ging es in der ersten Intention um industrielle Dienstleistungen, um einen Beratungsansatz bei Voith und ein großes mehrjähriges Studienprojekt für die DEKRA – der DEKRA Innovationsbarometer. Diese Erfahrungen und die Studienergebnisse haben mir in meiner Promotion im Themenfeld Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und der Auswirkung auf deren Innovationsfähigkeit sehr geholfen. Mit wem aus deiner Doktorandenzeit hast du noch heute Kontakt? Das sind natürlich die Doktoranden, mit denen ich in der Institutszeit am intensivsten zusammengearbeitet und gerne auch nach Feierabend oder am Wochenende Zeit zusammen verbracht habe. Dazu zählen auch die Kontakte, die heute noch bei mir im Münchner Umfeld wohnen. Intensiveren Kontakt habe ich so aktuell noch mit Patricia Frey, Christoph Munck, Sven Heidenreich, Matthias Handrich, Hendrik Simon, Sebastian Möbus, Matthias Tyssen, Jan Buchmann und Arnd Görner. Darüber hinaus habe ich im letzten Jahr zum ersten Mal ein SITE-Alumni-Wiesn-Treffen veranstaltet. Da waren wir fast 30 Alumni und Aktive inkl. Begleitung! Ich freue mich, wenn auch dieses Jahr wieder einige zusammen kommen.

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Was waren die größten Herausforderungen und wie konntest du diese meistern? Die größten Herausforderungen konnte ich durch das Team und den Spaß an der Arbeit meistern. Alle Doktoranden arbeiteten über die normale Arbeit hinaus und das schweißt zusammen. Es war prägend, dass man sich immer aufeinander verlassen und sogar Probleme gemeinsam lösen konnte. Das Team hilft beim wissenschaftlichen Arbeiten und es war immer jemand da, der Fragen beantworten oder Lösungswege aufzeigen konnte, sei es unser Institutsleiter Roland Gleich oder andere Doktoranden wie in meinem Fall insbesondere Hendrik Simon und Sven Heidenreich. Welche Dinge würdest du aus heutiger Sicht während der Promotion anders machen? Ich würde mir mehr Zeit in der Anfangsphase für die Grundlagenarbeit nehmen. Ich bin damals aufgrund von Zeitdruck zu früh gestartet, da kurz nach Promotionsstart ein Studien-Fragebogen versendet werden sollte und ich versucht habe, mit dem Innovationsbarometer meine statistischen Auswertungen daran anzulehnen. Motivation und Engagement ist immer richtig, aber man darf auch nicht gleich alles wollen. Außerdem kann ich empfehlen ausreichend Zeit einzuplanen, um das theoretisches Fundament sauber auszubauen. Sicherlich wären auch einige Monate mehr an meiner Austauschuniversität – der National University of Singapore – vorteilhaft gewesen, um mein wissenschaftliches Netzwerk zu erweitern. Welchen Ratschlag würdest du den heutigen Doktoranden für Ihre Promotionszeit und spätere Jobwahl mitgeben? Einen Ratschlag zur Promotion zu geben ist schwer, da jedes Themenfeld anders ist und wir so viele unterschiedliche Promotionen sowohl qualitativ als auch quantitativ hatten. Jeder muss selbst rausfinden, was der beste Weg für einen selbst ist. Einen Ratschlag zur Jobwahl kann ich aber geben: Man sollte sich nicht zu viele Sorgen machen, dass man keinen guten Einstieg findet. Die EBS und das SITE haben so viele Industriekontakte bzw. Optionen, die man jederzeit nutzen kann. Das Netzwerk ist fantastisch, man bekommt eine gute Ausbildung, man lernt Beratungsprojekte und Kontakte kennen, die einem neue Möglichkeiten öffnen können. Da kann jeder von profitieren, sofern er/sie möchte.

Dein jetziger Job

Wie ging deine Laufbahn nach der Promotion weiter? Nach der Promotion fand ich einen Job bei Siemens. Damals habe ich mich mit Innovationsnetzwerken beschäftigt und ein Expertengespräch bei einem Arbeitskreistreffen hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es bei Siemens strukturierte Herangehensweisen und Gruppen gibt, die sich darum kümmern Netzwerke zu unterstützen. Daraufhin habe ich mich beworben und bekam die Zusage. Durch das SITE habe ich die dafür geforderten Erfahrungen mitbekommen – Kenntnisse in Industrie, industrielle Dienstleistungen, Netzwerk und Innovation – gepaart mit Beratungs-Knowhow. Heute arbeite ich bei MAN Truck & Bus im VW-Konzern, in der LKW-Produktion. Ich bin zuständig für Operations Management und Netzwerk Planung - insbesondere für Investitionsplanung im Verbund. Bist du nun an dem Ziel angekommen, an dem du dich ursprünglich gesehen hast? Das kann ich nicht bestätigen, da ich damals nie soweit gedacht habe. Ich habe mir weder einen konkreten Job noch eine konkrete Firma vorgestellt. Ich wollte Spaß an den Dingen haben, die mich beschäftigen und an der Schnittstelle von Wirtschaft und Technik arbeiten. Mein Job macht mir momentan enormen Spaß – tolle Kollegen, spannendes Umfeld, innovative Zukunftsthemen. Sollten sich in der Zukunft weitere Optionen oder berufliche Anreize auftun, werde ich mich freuen und diese natürlich bedenken. Hat dir die Erfahrung wissenschaftlich zu arbeiten, einen Vorteil in deinem jeweiligen Job verschafft? Ich würde das nicht verneinen wollen. Das strukturierte Arbeiten und die Projektarbeit am Institut haben mir viel für meinen späteren Jobeinstieg gebracht! Bei Bewerbungsgesprächen mit potenziellen Mitarbeitern in meiner Abteilung habe ich gemerkt, dass den Bewerbern oftmals Praxiserfahrung fehlt, vor allem wie man komplexe Sachverhalte einfach darstellen kann. Und genau das konnte ich am SITE lernen.

Unser Wiedersehen

Wann sehen wir dich wieder am SITE? Der Besuch am SITE Meetingpoint war dieses Jahr zeitlich leider nicht abbildbar, aber ich hoffe sehr, dass es in einem anderen Kontext in diesem Jahr zu einem Wiedersehen kommt. Auf jeden Fall seit Ihr gerne aufs Oktoberfest eingeladen! Das hört sich gut an! Vielen Dank für das Interview und bis bald!

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